#01 – Die Vorbereitung

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Voller Motivation breitete ich alle meine handschriftlichen Notizen vor mir aus, klappte mein MacBook auf, startete mein Schreibprogramm und … blickte minutenlang auf den blinkenden Cursor.

Wie fange ich an? Womit fange ich an? Was genau schreibe ich jetzt auf? Gedanken, die immer wiederkehrten, während der Cursor mit mir Peek-a-boo spielte.

Nach einer Weile überwand ich mich etwas, irgendetwas, zu schreiben. Ich schrieb einen groben Umriss darüber wie die Geschichte beginnen könnte, aber schon bald starrte ich Löcher in die Luft und wusste wieder nicht weiter. Hinzu kam noch die Tatsache, dass ich nur nochmal das, was schon in meinen Notizen stand wiederholt hatte.

So konnte das nicht weitergehen! Ich klappte den Laptop zu, legte meine Notizen beiseite und stapelte alle Schreibratgeber, die ich besaß vor mir auf den Tisch. Wollte ich doch mal schauen, was mir die Ratgeber über das Starten eines Werkes sagen können. Ich nehme vorweg; die Antworten waren ziemlich ernüchternd und keiner der Ratgeber half mir dabei.

Grundsätzlich erkannte ich zwei Gruppen von Ratgebern. Die Gruppe der Praktiker, die sagen:

Fange irgendwo an! Hauptsache du fängst an! Und zwar jetzt!

Und die Theoretiker:

Ohne gute Prämisse brauchst du erst gar nicht anfangen!

Unter den Theoretikern spaltet sich das Lager nochmal in die Prämisse-Fraktion und die Charaktere-Fraktion auf. Die einen behaupten das A und O ist eine gute Prämisse, die anderen behaupten eine gute Geschichte stehe und falle mit ihren Charakteren. Ich vermute, die „Wahrheit“ liegt irgendwo dazwischen.

Weil das „Irgendwo-anfangen“ schon vorher nicht richtig funktionierte, beschäftigte ich mich mit der Herangehensweise über die Prämisse. Und um es hier auch kurz zu machen: In der Situation half es mir nicht zu wissen, dass eine Prämisse im Grunde ein anderes Wort für Thema, These, Grundidee, Zentralgedanke, Ziel, treibende Kraft, Zweck, Plan, Plot, grundlegende Emotion ist. Und es half mir auch nicht sie formulieren oder ableiten zu können, denn ich besaß nur eine grobe Idee und wenige Szenen zu meiner Story. Also viel zu wenig, als dass ich den Weg jetzt schon mit einer Prämisse festlegen wollte.

Mein Wunsch konstruktiv an meiner Geschichte zu schreiben, blieb somit zunächst aus. In den Ratgebern konnte ich – für mich – keinen Leitfaden erkennen.

Glücklicherweise fand ich dann doch noch einen Weg!
Ich erinnerte mich, dass ich diesen Blog unter dem Aspekt einer Reise startete. Eine Reise auf die ich jede/n Interessierte/n gerne mitnehmen möchte. Und so leuchtete mir ein was ich zu tun hatte: Die Reisevorbereitung!
Noch bevor ich den Rucksack oder die Koffer packe, informiere ich mich mindestens über das herrschende Klima am Reiseziel. Also, wie ist das Wetter? Welche Sprache wird gesprochen? Wie komme ich dort von A nach B? etc. …
Es bedeutet sich mit dem Reiseziel zu beschäftigen und Infos zusammenzutragen. Allerdings nicht mit dem Fokus auf die Tätigkeit des Schreibens, sondern tatsächlich die Storyworld als Reiseziel zu wählen. Also in die Welt der Geschichte, oder in die Idee an sich, oder in die Szene an sich einzutauchen und dort die Infos und Eindrücke zu sammeln. Das war für mich der erste wahre und kleine Schritt auf der Reise zu meinem Roman.

Wenn Du mir übrigens einen guten Schreibratgeber und/oder gutes Motivationsbuch empfehlen kannst, dann schreibe es mir bitte in die Kommentare.

Vielen Dank!

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