Weil meine Freundin nur gutes über diesen Lebensratgeber hörte, kaufte sie ihn als Urlaubslektüre. Im Anschluss lieh ich ihn mir aus und muss gestehen, dass ich mit John Streleckys erstem Werk wenig anfangen konnte.

Spannung, Charaktere & Setting

Die Geschichte von einem Mann, der in ein Café kommt und über drei Lebensfragen nachdenkt, ist … nett. Sie wird überwiegend als lebendig, humorvoll und anrührend angepriesen. Das waren alles Eigenschaften, die ich nicht mit diesem Buch in Verbindung brachte.

“Das Café am Rande der Welt”, oder “The Why Are You Here Café”, wie es im englischen Original heißt, ist John Streleckys erstes Werk. Danach schrieb er noch viele weitere Bücher unter anderem auch zwei Fortsetzungen zum Café am Rande der Welt. Die dritte Geschichte dazu soll Ende August 2019 in deutsch veröffentlicht werden.

Obwohl die Geschichte recht unspektakulär ist, finde ich sie insofern gut, dass sie dem/der Leser*in verhilft sich mit essentiellen Lebensfragen auseinanderzusetzen. Fragen von denen ich persönlich glaube, dass jede*r sie sich mal zu einem Zeitpunkt im Leben stellen und beantworten sollte.

Die Fragen „[…] zu lesen ist eine Sache. Aber wenn Sie über das Lesen hinausgehen, Sie sie wirklich wahrnehmen und sich diese Frage selbst stellen, dann verändert sich ihre Welt.“

John Strelecky widmete der ersten Frage über 13 Kapitel und verwendete dafür einige Parabeln, die man schon mal woanders gehört hat. Die restlichen zwei Fragen wurden im Gegensatz dazu auf wenigen Seiten thematisiert. Diese Aufteilung störte mich, denn die Fragen empfand ich als genauso wichtig. Und so kam es, dass die letzten Fragen fast wie beiläufig beantwortet wurden, ohne nochmal den Lesenden herauszufordern.

Zum Ende hin, stolperte ich dann auch noch über einen Satz, der gar nicht existieren dürfte. Protagonist John spricht zum/zur Leser*in:

„Ich griff nach meinem Wasser und merkte nicht, wie Casey Mike zuzwinkerte.“

Über das gesamte Buch hinweg, konnte ich die Charaktere nicht lieb gewinnen oder mich in das Geschehen einfühlen.

Schreibstil

Den Schreibstil bewerte ich als solides Handwerk. Ich las die Geschichte flüssig an einem Tag durch, aber es waren auch wenige Seiten.

Gestaltung

Ich sehe, dass sich da jemand in der Gestaltung Gedanken gemacht hatte, und möchte diesem Menschen an dieser Stelle Anerkennung zollen. Aber …

Obwohl das Cover liebevoll gestaltet wurde, und mir die Idee weitere (insgesamt sechs) Illustrationen hinzuzufügen gefiel, empfand ich die Umsetzung als ungelungen.

Zu Anfang jedes Kapitels wurden kleine Bildelemente eingefügt. Diese Bilder sind Ausschnitte aus den großen Illustrationen. Persönlich hätte ich mir extra Bilder dafür gewünscht, aber in Ordnung. Weil es nun nur sechs Illustrationen gab, wurde damit zumindest bei mir der Effekt des bestehenden thematischen Unverhältnisses verstärkt (siehe Kapitelanzahl : Fragen). Es gab mit Vorwort und Epilog 16 Kapitel. Für die ersten fünf Kapitel wählte man Ausschnitte aus einem Bild, ab dann nahm man systematisch jeweils zwei Ausschnitte hintereinander zu einem anderen Bild und dann wird es willkürlich.

Ich hänge mich daran auf, weil mir sowas auffällt. Ich betrachte Bücher – insbesondere Printbücher – als ein gesamtheitliches Werk. Die Gestaltung ist genauso wichtig wie die Geschichte darin.

Ich war der Meinung, dass man die Ausschnitte besser auswählen und platzieren konnte. So auswählen, dass es zumindest die Story unterstützte. Das war nun aber nicht der Fall.

Letzten Endes werde ich wahrscheinlich auch den zweiten Teil lesen. Nur aus dem Grund heraus, wissen zu wollen wie der Protagonist John doch wieder zum Café findet. Denn am Ende des Buches wirkte es so, als sei es eine einmalige Sache.

Für mich war es grundsätzlich eine nette Geschichte, die mich daran erinnerte, mal kurz mein eigenes Hamsterrad zu reflektieren.

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Charaktere
Setting
Schreibstil
Gestaltung

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