Nachdem ich so sehr von Nnedi Okorafor und “Binti” schwärmte, schenkte meine WG mir ein weiteres Buch der Autorin: “Wer fürchtet den Tod”. Leider überzeugte mich diese Geschichte nicht. Und überhaupt empfehle ich an dieser Stelle – wenn es um Nnedi Okorafor geht – eher eine englische Ausgabe.

Spannung, Charaktere & Setting

Die Geschichte handelt von der jungen Onyesonwu, deren Name nichts anderes als “Wer fürchtet den Tod” bedeutet. Während das Volk der Nuru das Volk der Okeke überfielen, wurde Onyesonwu gewaltsam gezeugt, was sie von Geburt an stigmatisierte.

Die Haut der Okeke hat die Farbe der Nacht, weil sie vor dem Tag erschaffen wurden. Sie waren die Ersten. Später, nachdem einiges andere geschehen war, tauchten die Nuru auf. Sie kamen von den Sternen, deshalb hat ihre Haut die Farbe der Sonne.

Auf diese Namen muss man sich in Friedenszeiten geeinigt haben, denn es ist wohl bekannt, dass die Okeke dazu bestimmt waren, die Sklaven der Nuru zu sein.

Okorafor, N. [Üb. Kern, C.] (2017). Wer fürchtet den Tod (S. 21). Ludwigsburg: Amigo Grafik

Onyesonwu erfährt mit jedem Atemzug Ausgrenzung und Verabscheuung, doch als sich einige Dinge in ihrem Leben verändern, beschließt sie quer durch die Wüste zu ziehen, um sich an ihrem Vater zu rächen.

Leider zog sich die Geschichte unglaublich lange hin. Mindestens die Hälfte des Buches schien nur aus Wüste und Ärger zwischen pubertierenden Freunden zu bestehen. 

Ich fand auch keine der Charaktere wirklich sympathisch. Onyesonwu war oft wütend oder verärgert, während ihre Freundinnen sich von ihren Gelüsten trieben ließen.

Das Setting bzw. die dargestellte Welt fand ich langweilig. Dabei gab es eine Szene, in der Onyesonwu und ihre Freunde Schutz vor einem Sandsturm in einer Höhle fanden. In dieser Höhle entdeckten sie alte Relikte aus einer längst vergessenen Welt. Es wurden Geräte beschrieben die ganz unseren heutigen Computern und Handys ähneln. Darüber hätte ich gerne mehr erfahren.

Schreibstil

Die Geschichte wurde von Onyesonwu selbst erzählt, was mir als Leser einen guten Einblick in ihre Welt erlaubte. Aber … 

Ich weiß wirklich nicht was ich von der deutschen Übersetzung halten soll. Sofern ich beurteilen kann, ist sie fehlerfrei, aber offenbar gingen in der Übersetzung alle Metaebenen der Autorin verloren. Zwischen den Sätzen fehlte irgendwie die Seele. Besser kann ich es leider nicht beschreiben.

Wenn genügend Zeit vergangen ist, werde ich das Buch nochmal auf englisch Lesen.

Gestaltung

Das Buch liegt mir als broschierte Ausgabe vor. Auf dem Cover ist – wie auch schon bei “Binti” – das Gesicht einer jungen Frau zu sehen. Ansonsten wirkt die Gestaltung sehr “sandig” und damit stimmig auf mich. 

Der Titel des Buches besteht übrigens aus einer Relieflackierung, was dem Buch eine gewisse Haptik gibt; das finde ich immer ganz schön.

Fazit

Wer Interesse an dem Buch hat, empfehle ich eine englische Ausgabe zu lesen. Weil ich selber aber nicht weiß, ob die englische Version tatsächlich besser wäre, spreche ich erstmal keine Empfehlung aus.

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Charaktere
Setting
Schreibstil
Gestaltung

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